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Germanistik, Romanistik, Anglistik, Slawistik ... an jeder Universität unseres Kontinents gibt es die europäischen Philologien, und das erscheint uns nicht nur immer schon so gewesen zu sein, sondern auch notwenig. Wie sonst sollen wir die verschiedenen europäischen Sprachen lernen? Wie sonst sollen die Unterschiede zwischen dem Deutschen, dem Französischen, dem Englischen oder dem Russischen erforscht und erklärt werden? Aber die nationalen Sprachwissenschaften existieren keineswegs, um Spracherwerb zu gewährleisten. Sie wurden nicht gegründet, um Unterschiede zwischen europäischen Sprachen zu erforschen, sondern um diese Sprachen durch Abgrenzung (ebenfalls) voneinander überhaupt erst herzustellen. Und mit den verschiedenen Sprachen die verschiedenen europäischen Nationen. Heute merkt man den europäischen Phillologien diesen ideologischen Hintergrund kaum mehr an. Dabei produzieren sie nach wie vor ständig Bewußtsein: Das Bewußtsein, Deutscher zu sein, Franzose zu sein, Engländer zu sein, Russe zu sein ... weil man schließlich Deutsch, Französisch, Englisch oder Russisch spricht. Die Eurolinguistik ist ebenfalls eine ideologieproduzierende Wissenschaft. Aber im Gegensatz zu den Nationalphillologien bekennt sich die Eurolinguistik offensiv dazu. Und im Gegensatz zur Germanistik, Romanistik, Anglistik, Slawistik ... will die Eurolinguistik ein europäisches Bewußtsein schaffen. Wie das geschehen soll, erfahren Sie hier. |